Zu Gast auf der Biofach und Vivaness 2016

 

Wie jedes Jahr fand Mitte Februar die größte Messe der Bioprodukte - die Biofach - in Nürnberg statt. Zwei Tage davon waren auch wir anwesend und hier ein kleiner Rückblick und unsere Ideen für neue Produkte. Die veganen Rohkostriegel der Firma Simply Raw hatten es uns besonders angetan. Zwei so angenehme Betriebsgründer erlebt man gern, voll überzeugt von der Firmenphilosophie konnte uns letzendlich auch der Geschmack zu 100% überzeugen. Zum Glück hat Naturkost Erfurt diesen regionalen Anbieter schon gelistet.

Franzi, unsere Kosmetik-Verantwortliche, hat nach der Einführung von Demeter Kosmetik von Martina Gebhard große Freude, auch dekorative Kosmetik anzubieten. Dafür sind Karo, Franzi und ich zu den Ausstellern der Vivaness (Naturkosmetikmesse) geschlendert und haben uns beraten lassen und natürlich ausprobiert. Sogar schminken lassen konnte man sich, und das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Frisch gestylt schauten wir uns um. Benecos Naturkosmetik hat uns im Preis-Leistungs-Verhältnis gut gefallen und deshalb werden wir die ersten Versuche starten.

Fair Squared ist eine junge Firma, die faire vegane Kosmetik-Produkte anbietet, in Köln zu Hause und von Cosma Shiva Hagen, der Tochter von Nina Hagen, unterstützt wird. Wir sind mit der Firma in Verbindung, denn bevor wir es weiter verkaufen, wollen wir selbst überzeugt sein. Auch die aryuvedischen Produkte fand ich sehr interessant. Shampoo für den individuellen Haartyp hat mich sehr überzeugt.

Bei den kleineren Herstellern haben uns die Gebrüder Gleich ihren Reisjoghurt vorgestellt. Eine echte Alternative bei Lactoseunverträglichkeit und sobald unsere Großhändler diesen in ihr Angebot aufnehmen können, sind wir dabei.

Die witzigste Begegnung hatten wir allerdings mit einem jungen Mann aus Berlin, der zeitgleich mit uns die Naturkost Erfurt Lounge betrat. Ein Produkt was mehr Spaß und Freude verdient. Die Firma Einhorn bietet wohl alles, was unsere Lachmuskeln zulassen: Bio-Kondome mit Spaßfaktor.

Doch auch sonst hatten wir genug zum Lachen bei unseren Gesprächen mit den Mitarbeitern von Naturkost Erfurt.

Schade, dass man nicht alles mitnehmen kann, denn das würde unseren VW Bus-Fan Konstantin sicher sehr gefallen.

Was wir genau einlisten bestimmen Sie! Wir würden Sie deshalb bitten, an unserer kleinen Umfrage teilzunehmen, denn Ihre Meinung ist uns wichtig: Hier zur Umfrage

 

Erzeugerreise Teil 2 führt durch Italien

Am dritten Tag unserer Erzeugerreise besuchten wir Biosibarys in Calabrien. Hier wachsen die besten Clementinen, denn nicht nur der Landstrich ist bekannt für seine wohlschmeckenden Früchte. Biosibarys erzeugt diese in Demeter-Qualität und dass ist was ganz besonderes und hat mich als Mitinhaberin eines Demeterbetriebs natürlich besonders angesprochen. Die riesigen Komposthaufen, die dafür präpariert werden, haben mich genauso beeindruckt, wie der Stolz der drei Minisci Geschwister, als sie uns ihre Projekte vorstellten.

Die eigene Ölmühle für Olivenöl und die große Packhalle für insgesamt 84 Erzeuger, die hier gemeinschaftlich für den deutschen, französischen, skandinavischen und natürlich italienischen Biomarkt produzieren, wurden uns vorgestellt.

Bis in den Abend wanderten wir über die Pfirsisch-, Nektarinen- und Clementinenhaine. Und ich wusste, warum diese Früchte in Demeter-Qualität dieses Jahr besonders gut waren, denn es bedarf sehr viel zusätzlicher Arbeit und Aufmerksamkeit. Nun genießen wir gemeinsam mit Ihnen Clementinen von Biosibarys.

Die letzte Station vor dem Rückflug aus Bari waren die Brüder Francesco und Guiseppe Di Lauro. Schon vor vielen Jahren sind sie den Weg in die biologische Bewirtschaftung gegangen und haben sich konsequenterweise auch einem Anbauverband, nämlich Naturland verschrieben.

 

Hier geht es unter anderen um den Verzicht auf CMS-Saatgut, was zwar weniger einheitliche Früchte und etwas Ertragsminderung bringt, aber bei der näheren Betrachtung erinnert CMS schon sehr an gentechnisch verändertes Saatgut.

Am Abend haben uns die Di Lauros mit einem besonderen Menü aus eigenem Brokkoli, Mangold, Schwarzkohl, welches wir im Restaurantkeller neben der Schauvorführung eines echten Mozzarellaherstellers genießen durften, verwöhnt.

Sogar eine abschließende Tanzparty wurde organisiert und wir waren selbst beeindruckt, wie wir Deutschen mit den Italienern feiern konnten.

So eine schöne Reise mit so einem schönen Gefühl der Verbundenheit zwischen den Biobauern und auch unseren Großhändlern ist immer wieder schön zu erleben. Toll, das wir als Biovermarkter so eine Möglichkeit bekommen und mit eigenen Augen sehen dürfen, was Fairness und Vertrauen bedeuten.

 

Erzeugerfahrt Sizilien im November 2015

Zusammen mit 18 Menschen aus der deutschlandweiten Bio-Branche bin ich mit unserem Großhändler Weiling in Sizilien unterwegs.

Wir durften den Orangenanbauer Francesco nebst Frau Anna Maria und deren Mitarbeiter aus Villafranca Sicula kennenlernen.

 

 

 

 

 

Nichts blieb uns verborgen, denn neben den Orangenhainen der Navelorangen Washington, von deren Süße wir uns direkt selbst überzeugen durften, konnten wir den Weg bis in die Weiling-Verpackungskiste verfolgen.

 

 

 

Die meiste Freude bereitete mir das Selberpacken an der Packstation (genau auf 8 kg). Jede Frage wurde mit Sorgfalt beantwortet und selbst beim abendlichen Essen im Restaurant waren das Ehepaar und der langjährige Mitarbeiter Lorenzo dabei und jeder von uns erhielt am Ende noch ein Steingutgefäß aus der hießigen Töpferei. Denn genau wie bei uns zu Hause freut sich der Bio-Bauer, wenn die Verbraucher selbst einmal dessen Arbeit durch ihr Interesse würdigen.

Am zweiten Tag durften wir den seit 1994 Demeter-zertifizierten Weinbauer Don Luigi mit seiner überaus gastfreundlichen Familie kennenlernen. Hier lernten wir eine völlig neue Art des Anbaus kennen, die mich noch nachhaltig beschäftigt. Im Juni werden hier in dreiwöchiger Arbeit mit 40 bis 50 Mitarbeiter die Trauben in Pergamentsäckchen am Weinstock gepackt und so geschützt.

Mit der Tüte reifen die Trauben bis zur Weinlese, dann wir die Tüte entfernt und eine wunderbare saubere, schädlingsfreie Rebe kann geerntet werden. Die Tüte wird als organische Masse eingearbeitet und verrottet dann.

 

 

Das Schöne daran war, wir durften selbst ernten und zur Zeit befinden sich diese schmackhaften, von mir selbst geernteten und abgepackten Trauben auf dem Weg zum Weinlager in Lonsee, um von dort zum Guidohof zu gelangen. Ab der 50. Kalenderwoche Dienstag dürft ihr gerne zum Traubenessen in den Hofladen kommen. Und ich werde euch persönlich die Geschichte über die italienischen Bio-Bauern erzählen.

Die Gastfreundschaft war überwältigend. Die Frauen und ein Mann des Hauses servierten uns ein Bufett der Extraklasse, mit eigenen Oliven, vielen verschiedenen Fisch- und Gemüsegerichten, Biowein, gebrannten Mandeln und vielem mehr. Der herzliche Abschied wurde durch einige italienische Gesangseinlagen vervollkommnet.

 

 

 

 

 

Auch in Sizilien gibt es wolkenbruchartige Niederschläge, doch dafür schenkt die Natur danach den herrlichsten Regenbogen.

 

Mein Weg aus Syrien

Ein Abend wo wir uns begegnen können. Wir hier in Deutschland - auf der Sonnenseite - und dort die Menschen aus Syrien - wo Millionen Menschen flüchten müssen. Musik und gemeinsames Essen verbindet und so hörten wir Yousefs Musik, sogar mit einigen syrisch/deutschen Einlagen mit unserem Sohn Paule.

 

Unsere Freundin Laura übersetzte Yousefs Geschichte über den beschwerlichen Weg nach Deutschland, oft zu Fuss unter unmenschlichen Bedingungen und die Unsicherheit hier im fremden Land, mit Menschen ganz anderer Kultur. Jeder konnte Fragen stellen und die Antworten gingen uns ans Herz.

Dietrich Oberschelp, der Beauftragte für die Flüchtlingspolitik in Limbach Oberfrohna, erklärte uns, wie wir uns als Einzelne zusammen mit der Stadt Limbach auf die Flüchtlinge einstellen können. Patenschaften werden gesucht, denn die Menschen brauchen Hilfe bei Ihrem Ankommen hier nach soviel Leid. Wer Interesse hat, der melde sich bitte!

Der kurzzeitig einsetzende Regen störte nicht, denn das Thema war ernst und genau nach der Geschichte von Yousef kam sie hervor, die Sonne und zeigte uns gar noch einen Regenbogen! Als ob es uns etwas sagen will!

Was wir von Syrien bekamen, war aber nicht nur die Musik und die Geschichte, sondern auch Kulinarisches, denn wir haben Falafel gebraten, Humus gemixt, Tabouleh bereitet. Yousef selbst kochte für uns Moussaka Bazengan mit frittierter Aubergine - super lecker!

Der Abend klang mit Lagerfeuer und Gitarre aus, wir saßen gemütlich beisammen und redeten über Gott und die Welt und wir waren uns einig, dass wir im Herzen zusammen gehören!