Meine erste Getreideernte

War ich am Freitag Abend froh, als 22.22 Uhr Konstantin mit dem Trecker von der letzten Getreideabfahrt die Hofauffahrt hoch tuckerte und somit alles Getreide von 35ha unter Dach gebracht war.

In dieser Woche ernteten wir 6 ha Dinkel und 2ha Weizen von unseren Flächen.

 

Dafür haben wir einen eigenen Mähdrescher und dieser alte Knabe hat bis auf eine kleine Fläche alles wunderbar gemacht. Jetzt steht er in der Halle und muss repariert werden.

Der Dinkel wächst im Spelz und muss komplett noch einmal geschält werden.

Eine Dinkelschälanlage haben wir auf dem Hof und auch die Reinigungsgerätschaften. Das ist die Winterarbeit von Gerd, der hier auch wacker bei der Hitze auf dem Mähdrescher sitzt.

Zusätzlich ließen wir von zwei Lohnunternehmern die Flächen in Boderitz, 15 ha Roggen und 12 ha Weizen in Kaufungen dreschen. Wie es der Zufall wollte alles gleichzeitig am Freitag. Da gibt es einiges zu koordinieren.

Zuerst muss natürlich die Feuchtigkeit des Getreides geprüft werden und ein Gerät zeigt nach der Beprobung die Werte an. 14% muss es mindestens sein. Mit 11,1% sind wir gut dran.

Dann kommen weitere Fragen: Wer fährt das Getreide ab, zu welcher Zeit, mit welchem Hänger, wohin...und wehe, wenn der Mähdrescher stehen muss, weil irgendetwas nicht klappt!

Eine schöne Zusammenarbeit habe ich mit meinen konventionellen Bauern erfahren. Sie waren alle sehr hilfsbereit, ich durfte die Waagen benutzen und Thomas Sander ließ uns den Umstellungsweizen sogar als erste Getreide überhaupt in sein neues Sacksilo einfüllen, damit es erstmal geschützt ist und später etwas bessere Preise als jetzt zur Erntezeit erzielen dürfte.

Gleichzeitig mussten wir noch zwei Silos aufbauen, um neben den Roggen, auch den Dinkel und den Weizen aus der Ernte für die eigene Bäckerei einlagern zu können. Bei brütender Hitze kletterten meine Männer vom Hof in der Höhe herum. Großer Respekt für alle, die mitgewirkt haben, ganz besonderen Dank an Tim.

Man glaubt es kaum, aber genau am Freitag wurden beide Silos fertig und warteten nur noch auf die Einlaufrohre, denn der Dinkel steht in Big Bags und auf allen verfügbaren Hängern, bereit für seine Einlagerung.

Wenn er geschält ist, wird er zu herrlichem Dinkelbrot, Brötchen und Baguette weiter verarbeitet.


Ich waren ganz schön fertig am besagten Freitag Abend und gleichzeitig so froh. Ich bereite ein schönes Essen in unserem Verandakörbchen vor, denn es gibt was zu feiern. Das war die größte Getreideernte seit Bestehen des Hofes und das erste Mal, seit sich Armin vom Hof getrennt hat, war ich allein dafür verantwortlich. Ihr glaubt nicht, wieviel Steine mir vom Herzen fielen, dass alles richtig gut geklappt hatte..