Regionale Bananen auf dem Guidohof?

Ich finde, wenn unser Sohn Paule in der Dominikanischen Republik die Demeter-Bananen für den Guidohof erntet, einpackt und verlädt, dann sind sie schon ziemlich regional:) Auf alle Fälle sind alle Produktionsvorgänge vor Ort geprüft, die Stimmung der Mitarbeiter erfühlt und einmal wirkliche Bananenkenntnisse erfahren.

Mindestens 6 Wochen möchte er dort sein und wir freuen uns sehr, dass er uns damit ganz nebenbei die Freude macht, etwas mehr über die Bio-Projekte im Ausland zu erfahren. Bananen werden zwar ganzjährig geerntet, brauchen aber mindestens neun Monate Wachstumszeit. So sieht eine kleine junge Babybanane aus.

Und so im Zustand der Ernte. Wichtig ist, dass sie bei der Ernte noch grün sind. Die Früchte sollen nicht an der Pflanze ausreifen, denn vollreif platzen sie leicht und verderben. Auch wird die Banane erst süß, wenn sie von der Staude getrennt ist, denn dann beginnt im Fruchtfleisch die Umwandlung von Stärke in Zucker.

Eine Bio-Bananenstaude trägt zwar weniger Früchte als die Konventionelle, trotzdem bleibt die Ernte in der tropischen Hitze Knochenarbeit. An einem Bio-Bananenfruchtstand können 150 Früchte hängen, das Ganze ist dann bis zu 25 Kilogramm schwer. Vorsichtig trennen Mitarbeiter das Bündel von der Staude, die stoßempfindlichen Bananen sollen möglichst keine Druckstellen bekommen.

An der Verpackungsstelle wird sie grob zerteilt und in einem großen Wasserbecken vom klebrigen Pflanzensaft befreit. Noch im Becken werden die Hände weiter in Größen zwischen drei und acht sogenannten Fingern unterteilt.

 

 

 

Die Bio-Bananen sind nun schon fast reisefertig. Nun wird Paule unter anderem die Demeter-Aufkleber auf die Bananen kleben, denn die Finca Girasol in in Azua de Compostela arbeitet biologisch dynamisch, genau wie wir.

 

Jetzt werden die Kartons noch mit Pappe ausgelegt. Das scheint Spaß zu machen...

 

 

Dann werden die Früchte, die vorher auf 13 kg oder 18 kg abgewogen worden sind in Pappkisten gelegt.

Dafür gibt es genaue Anweisung, wie die Bananen sinnvollerweise liegen sollten. Hier wird gut aufgepasst, dass der Deutsche das auch richtig macht.

 

 

 

Bestanden! Gut gemacht der Praktikant, jetzt wird zugeknotet und ab damit nach Übersee.

 

 

 

 

Zweimal pro Woche werden die Bananen mit dem fincaeigenen LKWs zu den Häfen von Mazanillo oder Santo Domingo gefahren, wo Paule auch mal ein Auge hinwerfen darf.

Dort werden sie auf die Schiffen verladen und dann geht die Reise zu den großen Häfen Europas nach Birmingham oder Amsterdam und dann über die Großhändler zu uns:)

Ungefähr 20 Kisten Bananen pro Woche brauchen wir davon. Und vielleicht jetzt, wo alle wissen, das selbst unsere Bananen regional sind, werden es noch mehr, denn:

Das Projekt, welches von Fernando (rechts neben Paule) vorort geleitet wird und von Christoph Meier ins Leben gerufen wurde, sorgt auf vorbildliche Weise für seine Mitarbeiter. Und vor allem für die Kinder von Eltern, die nicht das Geld für die Schulbildung ihrer Kinder aufbringen können.

 

Ein Waldorfkindergarten und eine Waldorfschule wurde gegründet. Hier freuen sich jeden Morgen die Zwerge auf die Schule oder den Kindergarten. Denn hier ist so etwas nicht selbstverständlich.

Paule teilt sich seine Unterkunft mit der peruanische Lehrerin und ab und an kann er neben der Arbeit auf der Finca auch mal einen Geburtstag der Kinder am Meer mitfeiern oder eine Ausfahrt an den Fluss unternehmen.

Wir sind alle ein klein wenig neidisch, bei den schönen Landschaftsaufnahmen, die manchmal unsere Handys erreichen und freuen uns sehr auf die Erzählungen, wenn Paule wieder da ist.

 

 

 

Und hier noch ein Film über die Gründung des Kindergartens und der Schule.

Da schmeckt doch die Banane gleich viel besser!