Guidohof auf der Chemnitzer Fairmesse

Am Sonntag, den 4. März 2018 gab es eine schöne Veranstaltung in dem stilvollen Metropolkino in Chemnitz: die Fairmesse.

Die Veranstalter hatten im Foyer einen Raum für regionale Öko-Initiativen geschaffen, die sich mit einem Stand präsentieren konnten. Neben uns stellten sich auch Choco del Sol von der Rochsburg und das Restaurant Peacefood sowie viele weitere Projekte aus Chemnitz und Umgebung. Um 11 Uhr lief der Film "Tomorrow", der positive Beispiele von Öko-Initiativen aus aller Welt aufzeigte. 

 

Der Kinosaal war voll belegt und nach Ende des Films kamen die Gäste zu uns Ausstellern. Wir führten sehr gute Gespräche und konnten Kontakte knüpfen.

 

 

 

 

 

Natürlich hatten wir auch etwas mitgebracht, damit jeder, der wollte, gleich unser frisches Holzofenbrot probieren konnte. So entstanden neue Verbindungen.

 

 

"Es war eine wohltuend positive Veranstaltung, die nach einer Fortsetzung verlangt. Wir gingen erfüllt nach Hause", war das Fazit von Armin, der mit unserem Lehrling Doro vor Ort war.

Treffen der Biobäuerinnen in Indien

Shilpa Kalweshwar treffe ich auf meiner Reise durch ein Land der Gegensätze. So viele Dinge hört man aus diesem Land und ich darf es jetzt selbst erleben. Neben Tempeln und anderen Sehenswürdigkeiten habe ich mir auch einen Ashram ansehen wollen.

Und so bin ich nach Penukonda zum Sri Kaleshwar Ashram gekommen. Ich treffe Menschen, die sich spirituell weiterentwickeln wollen und ich treffe eine Biobäuerin. Denn Shilpa, die Frau des 2012 verstorbenen Ashramgründers lässt ihr Herz für den Ökolandbau schlagen.

Sie möchte mir den Betrieb zeigen und bevor es auf den Acker geht, fahren wir noch schnell bei der Aktion "Woman for Woman" von der Charitable Trust des Ashram vorbei.

 

 

 

Es beeindruckt mich tief, denn seit Januar werden hier monatlich 1.000 schwangere oder stillende Mütter mit einem Beutel natürlicher Nahrungsergänzung und Datteln beschenkt.

Sie strahlen, Shilpa und ich auch. Ebenfalls vom Ashram ausgehend ist eine kostenlose Krankenstation eingerichtet.

 

Doch weiter geht es auf die Farm. Fast die gleiche Anzahl von Hektar und das Wasserproblem verbinden unsere Betriebe. Doch auch große Unterschiede werde ich erfahren. So steht die Handarbeit der Frauen hier als wichtige Tätigkeit für die Reinigung und Weiterverarbeitung der Produkte im Vordergrund. In Deutschland mit Mindestlohn unmöglich.

Ich habe großen Respekt vor den Frauen, die auf den Boden sitzend Körner per Hand aussortieren. Es scheint, als ob sie diese Arbeit gern machen und sind gleich bereit zu zeigen, wie der Reis gereinigt wird, Henna hergestellt wird und wie man hier mit zwei Steinplatten von Hand mahlt. Viele Produkte, die wir in Deutschland auf unserem Teller finden, werden noch so produziert. Dieses Bewusstsein schafft ehrlichen Respekt vor der Nahrung.

Shilpa schaut sich unsere Internetseite an und will viel wissen. Am liebsten alles. In 20 Jahren soll ihr Betrieb auch so aussehen. Viele Pläne hat sie von einem Ökorestaurant und kaltgepressetes Aromaöl, neben Mangos, Kokosnüssen, Reis, Linsen... was sie sowieso schon anbaut. Ihr Zuckerrohr und Kurkuma hat den Ruf, eines der besten in Indien zu sein. Sie möchte gern nach Deutschland kommen, um unseren Betrieb kennenzulernen und neben der Bodenbearbeitung auch noch mehr über die Milchproduktion, Bienenhaltung und Käse zu erfahren. Ok, dann fahren wir eben noch zum Biohof Mahlitzsch und zu Steinerts in die Sächsische Schweiz. Ich würde mich freuen, wenn sie kommt.
Denn ich habe hier viel gelernt und so können wir unser gegenseitiges Lernen für viele nutzbar machen.

 

Winterliches Durchatmen in kalten Tagen

Zwei wundervoll, helle und eiskalte Wintertage liegen hinter uns. Wir freuen uns sehr über den Frost, denn der Boden braucht eine richtige Ruhepause. Er kann unter einer Schneedecke und all den Kristallen geschützter einatmen als in einem milden Matsch-Winter. Auch uns Menschen auf dem Guidohof tut diese Kälte gut. Einmal im Jahr kalte und frische Luft zu atmen, ist eine tiefe Wohltat.

 

Zur Zeit widmen wir uns früh morgens dem Rosenkohl.

In diesen Tagen erleben wir ganz besondere, kristallklare Sonnenaufgänge auf der Anhöhe und unser  Rosenkohl wartet bei -10°C auf uns. Das pure Glück! Wir ernten ihn dieses Jahr am Stiel, statt die einzelnen Röschen zu pflücken. Das ist eine immense Arbeitserleichterung und sieht schick aus!

 

 

 

Ebenfalls früh am Morgen befüllen Jonathan und Oskar den Bio-Meiler mit Holzhäcksel. Wir haben uns dafür eine ordentliche Ladung Häcksel liefern lassen, denn unser Häcksler war etwas überfordert...

 

Mit dem Radlader wird der dampfende Haufen nach und nach abgetragen und in den Meiler umgelagert. Im Meiler werden Schläuche im ganzen Innenraum geschichtet.

 

 

Das Wasser in den Schläuchen wird durch das phasenweise richtig heiße Häcksel erwärmt und versorgt mit dieser Wärme wiederum das neben stehende Anzuchtsgewächshaus. Dort werden in Kürze unsere Jungpflanzen stehen und hoffentlich besser denn je wachsen und gedeihen.

 

 

 

 

In genau diesem Anzuchtsgewächshaus ist derzeit noch viel Arbeit zu tun. Luisa kümmert sich um die Abdeckung der unteren Gewächshaus-Ränder, da noch zu viel kühle Luft hereinzieht. Danach werden wir uns im Team der Aufhängung von Folien widmen, um das Haus innen in zwei Räume unterteilen zu können. Dazu dann später mehr Infos.

 

 

Einige wenige Kulturen können übrigens schon sehr früh im Jahr vorbereitet werden. Unsere Steckzwiebeln gehören dazu. Einige Beete sind nun dicht gefüllt mit den kleinen, goldenen Zwiebelchen. Im Folientunnel sind sie vor allzu tiefen Temperaturen geschützt und werden mit etwas Glück schon in 8 Wochen als frische Lauchzwiebel-Bunde in Ihrer Kiste landen. :-)

 

 

 

Wer weiß, wie lange uns der Winter noch hold ist...Wir haben eigens einen Eis-Kobold mit Hirschgeweih gebaut, der nun ohne Pause die Wintergeister bezirzt, auf dass sie noch etwas bleiben. Wir wünschen allen Kunden und Freunden des Guidohofes viel Freude am winterlichen Durchatmen.

Mit dem Trecker nach Berlin

160 Trecker und 33.000 Menschen sind nach Berlin zur: "Wir haben es satt"-Demo gekommen und zeigen, dass es auch anders geht. Denn immer im Januar finden sich Bauern und Verbraucher zusammen, um anlässlich der Grünen Woche mitzuteilen, was wir uns wünschen. Einen wertschätzenden Umgang mit der Natur und alles was darin lebt: Für uns Menschen eine gesunde Ernährung, für die Tiere eine wesensgemäße Tierhaltung, für den Boden einen Aufbau statt einen Raubbau und das alles weltweit!

So war es besonders für die Hofsöhne und Junglandwirte eine Ehrensache nach Berlin mit den Schleppern zu kommen und tatsächlich hatten sich weit über hundert Traktoren aus ganz Deutschland angemeldet, um die stundenlange Fahrt nach Berlin auf sich zu nehmen. Mit unseren 9 Stunden waren wir noch nicht einmal der am längsten angereiste Trecker.

So startete Paule am Freitag zur Domäne Dahlem, wo sich alle aus dem Süden angereisten Treckerfahrer trafen und im Stadtgut Blankefelde wurde für alle gekocht und viele Schlafplätze zur Verfügung gestellt. Als wir am Samstag vor Beginn unseren Sohn mit dem Fendt suchten, machte es schon Freude den Guidohoftrecker in dem Konvoi zu erblicken.

Schon bald treffen wir weitere Demeterbauern aus Sachsen, deren Söhne mit und ohne Traktor auf der Demo unterwegs sind: Hof Mahlizsch mit Karin&Norbert Steul und der Linke Hof mit Lindela&Reinhard Sommer, wie schön!

Wenn man nicht in der Kolonne der Trecker dabei ist, hat man Zeit sich die originellen Einfälle der Demo-Freunde anzuschauen und so hatte besonders die Biene viel Zuspruch unter den Menschen.

Aber auch eine wunderschöne Naturfee zeigte sich, um auf die zu schützende Mutter Erde hinzuweisen und ein ganzes Baugerüst wurde genutzt zur

"Grünkohlwerbung" mit hintergründigem Sinn!

Der Zug ging am Bundestag und Bundeskanzleramt vorbei. Hupende Traktoren und bunte Menschen mit Trommeln oder Kochtöpfen machten dort auf sich aufmerksam.

Vorm Brandenburger Tor war die Abschlusskundgebung, wo auch alle Treckerfahrer noch einmal auf die Bühne gebeten wurden. Wer ganz gute Augen hat, erkennt Paule hinter dem Geschäftsführer aller Wasserwerke Deutschlands, der klare Auskünfte zu Wasserqualitäten und Verunreinigung durch Chemie in der Landwirtschaft spricht und somit unser Anliegen unterstützt.

Viele kommen zu Wort und manchmal fehlen einem die Worte, wenn es um Landverkäufe und Machenschaften rund um das Thema Landwirtschaft geht. Doch wir wirtschaften anders und freuen uns daran. Wir sind begeisterte Demeterlandwirte und Ökokistenanbieter, denn hier stehen wir gemeinsam mit Gleichgesinnten in ganz Deutschland.

Wir stehen für 100% Bio, für fruchtbare Böden, für artgerechte Tierhaltung und für eine friedliche und gesunde Zukunft unserer Kinder.

Und wer sich auch dafür einsetzen will, findet sicher viele Möglichkeiten, zum Beispiel durch eine Spende oder sogar einer Treckerpatenschaft

Damit würde sich der Aufwand auf viele Schultern verteilen.

Und auch Armin und Konstantin haben etwas geteilt und zwar die Rücktour.

Heute kam er wieder zurück, unser treuer Fendt und anscheinend hat es ihm gut gefallen unter seinesgleichen, denn er hat die ganze lange Fahrt nicht einmal gemurrt:)