Erlebnispädagogik auf dem Guidohof

1. Hofrundgang

Um den Guidohof in seiner Vielfältigkeit kennenzulernen, biete ich eine altersgemäße Hofführung an. In der Tabelle habe ich vermerkt, dass der Rundgang für eine Stunde vorgesehen ist, aber er kann anderen Wünschen angepasst werden. Der Rundgang kann zu jeder Jahreszeit durchgeführt werden und ich empfehle eine Gruppengröße von 20 Personen nicht zu überschreiten.

Während der Führung nehmen ich die Kinder mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Ich berichte anschaulich, wie alles begann, welche Hürden zu meistern waren und was heute auf dem Hof alles los ist. Es gibt 13 interessante Stationen von Hofladen, Backstube, Packraum bis hin zur Maschinenhalle und natürlich die Felder und unsere Tiere. In Länge, Informationstiefe und Vortragsstil wird auf das jeweilige Alter der Kinder eingegangen.

2. Vom Korn zum Brot

Die Kinder haben auf dem Guidohof die Möglichkeit in der hofeignen Bäckerei den Weg des Brotes vom Korn zum fertigen Produkt und die einzelnen Schritte im Zusammenhang zu erleben. Durch dieses wunderbare Handwerk und den besonderen Ort werden alle Sinne der Kinder angesprochen. Aus diesem Grund habe ich das Angebot „Vom Korn zum Brot“ mit aufgenommen.

Während diesem Angebot wollen wir uns zunächst mit dem Rohstoff des Brotes beschäftigen, dem Getreide. Bei einem Spaziergang zum Getreidefeld schauen wir uns anhand der Getreidepflanzen den Aufbau und die Bestandteile an und bestimmen die unterschiedlichen Getreidearten. Je nach Saison erleben wir die Stadien des Getreides und mithilfe einer Zeitreise wird der Weg des Getreides vom Säen über die Pflege, die Ernte und Lagerung bis hin zur Verarbeitung verdeutlicht. Dabei spielen auch die benötigten Maschinen mit ihren Funktionen eine Rolle. Abschließend gehen wir in die Backstube und stellen den Mahlraum mit der Mühle, den Wirkraum mit den Knetmaschinen, den Gärraum und den Backraum mit dem Holzofen vor. Durch eine Verkostung werden die spezifischen Geschmacksrichtungen des Getreides erlebbar.

3. Anfertigung eines Insektenkastens

Insekten haben für die menschliche Existenz eine hohe Bedeutung und es ist wichtig, dass in Zukunft bei der Gestaltung der Umwelt die Interessen aller Erdenbewohner berücksichtigt werden. Der Mensch hat den Insekten in vielen Fällen ihren angestammten Lebensraum vernichtet und dadurch das Aussterben von Insektenarten oder deren Verdrängung aus bestimmten Gebieten bewirkt. Das Insektenhotel soll eine Möglichkeit zur Überwinterung und Brutaufzucht bieten. Einen wichtigen Teil im Natur- und Bestandsschutz bilden diese Behausungen. Außerdem unterstützen sie das ökologische Gleichgewicht und geben uns interessante Einblicke in die Lebensweisen unterschiedlicher Insekten. Um die Kinder an dieses Thema heranzuführen und zu sensibilisieren ist das Thema „Anfertigung eines Insektenkastens“ Teil des Programms geworden. Das Angebot kann ganzjährig durchgeführt werden, vorzugsweise aber im Frühjahr bis Herbst. Das Anfertigen im Freien bietet sich besser an und auch die Auswahl an Naturmaterialien ist in den genannten Monaten größer. Aufgrund des erhöhten Schwierigkeitsgrades würde ich empfehlen, dieses Angebot erst ab der 5. Klasse zu wählen. Das Angebot eignet sich nur für maximal 10 Personen, da sonst die Qualität und Aufsicht nicht gewährleistet ist. Es sind für die Umsetzung zwei Stunden vorgesehen.

Bei diesem Angebot steht das praktische Arbeiten im Vordergrund. Bevor wir mit der handwerklichen Arbeit beginnen, begeben wir uns auf die Suche nach Naturmaterialien und schauen, was sich als Füllmaterial für unseren Insektenkasten eignet. Das können beispielsweise kleine Holzreste, Baumrinde, Stroh, Heu, Reisig, Lehm, Bambusstäbe oder leere Schneckenhäuser sein. Unter Anleitung wird mithilfe von Hammer und Nägel ein Holzrahmen gebaut. In den Rahmen wird ein Holzkreuz gesetzt. Dabei entstehen vier kleine Fächer, welche mit den gesammelten Materialien gefüllt werden. Durch die anschließende Befestigung von kleinmaschigen Gitterzaun wird das Material vor dem Herausfallen und den Vögeln geschützt. Um das Dach vor Witterungseinflüssen zu schützen, wird Dachpappe angebracht.

4. Rund um die Kartoffel

Die Kartoffel gehört neben Brot zu einem der bedeutendsten Grundnahrungsmittel. Sie enthält eine Vielzahl an Nährstoffen und kann somit einen wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung leisten. Die Kartoffel ist aber nicht nur ein Grundbestandteil vieler Lebensmittel, sondern ist auch Bestandteil vieler Produkte im sogenannten Non- Food-Bereich, beispielsweise wird Kartoffelstärke zunehmend zur Herstellung von Papier, Pappe, Textilien, Klebstoffen, verschiedenen Chemikalien und Pharmazeutika genutzt. Als natürlicher, nachwachsender und zukunftsorientierter Rohstoff nimmt sie eine bedeutende Rolle ein. Die Kartoffel ist ein Beispiel für die bedeutende Funktion der Landwirtschaft in unserer Gesellschaft. Mit dem Angebot „Rund um die Kartoffel“ haben die Kinder die Möglichkeit diesen engen Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft zu erfahren, eine Verbindung zwischen den ihnen bekannten Lebensmitteln und deren Ausgangsprodukten herzustellen und ein Bewusstsein zu bekommen, dass unsere Ernährungsgrundlage durch die tägliche Arbeit von Landwirten gesichert wird. Das Modul kann vom Frühjahr bis Herbst angeboten werden und ist für eine Gruppengröße bis zu 10 Personen geeignet. In Informationstiefe und Vortragsstil wird auf das jeweilige Alter der Kinder eingegangen. Als zeitliche Orientierung habe ich 1,5 bis 2 Stunden angesetzt.

Bei einem Spaziergang zum Kartoffelacker betrachten wir anhand der Kartoffelpflanze den Aufbau und die Bestandteile. Je nach Saison schauen wir die Stadien der Pflanze an und mithilfe einer Zeitreise wird der Weg der Kartoffel vom Setzen der Mutterknolle über die Pflege, die Ernte und Lagerung bis hin zur Verarbeitung verdeutlicht. Dabei spielen auch die benötigten Maschinen mit ihren Funktionen eine Rolle, beispielsweise der Weg der Kartoffel durch den Kartoffelroder. Nach Möglichkeit graben wir die Kartoffeln aus und lesen sie gemeinsam auf. Bei einer abschließenden Kartoffelverkostung wollen wir die Unterschiede der einzelnen Kartoffelsorten herausfinden.

Zusätzlich ist es möglich gemeinsam eine Kartoffelmahlzeit zuzubereiten und anschließend zu genießen. Alternativ eignet sich die Kartoffel auch für eine Kartoffel-Druck-Aktion. Wir schnitzen mit den Kindern Stempel aus der Knolle und bedrucken beispielsweise Stoffbeutel oder andere Materialien.

5. Vom Samen zur Frucht: Entstehung von Obst und Gemüse

Ein Schwerpunkt des Betriebes ist die eigene Jungpflanzenanzucht. Dies kann wunderbar genutzt werden, um den Kindern den Kreislauf und den Weg vom Samen zur erntefertigen Frucht nahezubringen. Das Programm ist für 1,5 bis 2 Stunden vorgesehen.

Je nach Saison besteht die Möglichkeit zu Säen, zu Pikieren oder zu Ernten. Bevor wir zu den praktischen Durchführungen kommen, besprechen wir gemeinsam das Entstehen einer Pflanze und schauen uns an, was bei den einzelnen Tätigkeiten zu beachten ist.

Das Säen findet entweder auf dem Feld oder im Anzuchtgewächshaus in Paletten statt. Beim Pikieren vereinzeln wir die Jungpflanzen mithilfe eines Pikierstabes und setzen diese in Paletten oder in kleine Töpfchen. Zum Ernten werden wir auf dem Feld sein und beispielsweise Rote Beete, Pastinaken oder Kartoffeln ernten.

Ein zusätzliches Angebot ist das gemeinsame Zubereiten einer Mahlzeit.

6. Obst, Gemüse und Kräuter mit den Sinnen wahrnehmen

Mit den Sinnen wollen wir verschiedene Sorten von Obst, Gemüse und Kräuter den Kindern vorstellen – Bekanntes oder auch eher Exotisches. Als erstes können die Kinder nur durch Fühlen erraten, welche Sorte es sein könnte. Dafür haben wir Fühlkästen. Wir zeigen am Ende, was es ist. Damit weiß man noch nicht, wie es schmeckt oder riecht. Das werden wir anhand von Geruchsproben und einer Verkostung verdeutlichen. Kommen alle vier Sinne zusammen, kann das Kind eine Kultur in ihrer Gesamtheit begreifen lernen.

7. Maschinenralley

Bei diesem Angebot stellen wir unsere landwirtschaftlichen Maschinen auf einem Bio-Hof vor. Das sind in erster Hinsicht unsere Hände, doch hin und wieder benötigen wir auch maschinelle Unterstützung. Darauf gehen wir ein, erklären die einzelnen Modelle in deren Funktionsweise und Wartung. Als Zusatzangebot kann eine Trekkerrundfahrt über unseren Acker durchgeführt werden.