Unsere Landwirtschaft

Wir setzen die Arbeit in der Landwirtschaft gemäß unserem Leitbild um. Das bedeutet, dass wir auf bodenschonende Technik setzen, denn wir messen dem Bodenaufbau große Bedeutung zu. Durch regelmäßige Proben und Spatendiagnosen sind wir jederzeit über den Bodenzustand im Bilde.

Um den Klimaverschiebungen begegnen zu können, die sich auch bei uns zeigen, arbeiten wir an Lösungen wie beispielsweise

  • Hecken pflanzen,
  • Dauerbegrünungen schaffen,
  • Schlammauffangbecken,
  • Bewässerung über Solarstrom,
  • Tröpfchenbewässerung realisieren.

Bei allem Tun und Handeln wahren wir die Grundsätze des Demeter-Anbauverbandes.

Demeter – was bedeutet das?

Demeter ist das Markenzeichen für Produkte aus biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise. Nur streng kontrollierte Landwirte dürfen den Demeter-Schriftzug nutzen.

Die ganzheitlichen Demeter-Ansprüche gelten als die strengsten Richtlinien im Ökolandbau. Sie erfordern neben dem Verzicht auf synthetische Dünger, chemische Pflanzenschutzmittel und gentechnisch verändertes Saatgut, eine gezielte Förderung der Lebensprozesse im Boden und in der Nahrung. Artgerechte Tierhaltung und schonende Verarbeitung der Lebensmittel ohne chemische Zusätze sind selbstverständlich.

Demeter-Landwirte sind aktive Gestalter einer lebenswerten Zukunft. Sie garantieren Lebensmittel mit Charakter, deren arttypischer Geschmack zum intensiven und gesunden Genuss-Erlebnis wird.

Ackerbau

Als Demeter-Betrieb haben wir eine weite Fruchtfolge zu beachten. Das heißt, dass Anbaupausen von bis zu 6 Jahren zwischen den Kulturen eingehalten werden müssen. Innerhalb dieser Zeit werden auch Gründüngungen und Zwischenfrüchte angebaut, die anschließend eingearbeitet werden um dem Bodenleben als Nahrung zu dienen und die organische Substanz erhöhen.

Im Anbau befinden sich Roggen, Dinkel, Weizen, Hafer, Ackerbohnen und Kartoffeln.

Wir haben eine Mistkooperative mit einem befreundeten Biobetrieb begründet. Wir liefern Heu, Heulage und Stroh und bekommen Mist für unsere Flächen zurück.

Freiland-Gemüsebau

Für unseren Gemüsebau stehen uns die hofnahen Flächen zur Verfügung. 3 ha davon rotieren jährlich für unsere Gemüse-Feldfrüchte und sind durch eine Solaranlage vom Brunnen in ein Speicherbecken und dort mit Photovoltaikstrom bewässerbar.

Die Pflanzen werden ausschließlich von uns selber angezogen.

Durch regelmäßiges Hacken und den Einsatz von Kulturschutznetzen wird für einen optimalen Wasserhaushalt und bodenschonenden Anbau geachtet.

Wir bauen viele verschiedene Salatsorten, Kohlrabi, Radieschen, Spinat, Wurzelgemüse, Bohnen, Sellerie, Porree, Kohl und einiges mehr an.

In den Wintermonaten wird Weißkohl und Rotkohl zu unserem heißbegehrten Sauerkraut verarbeitet.

Unser Gärtner Gerd beim Betrachten seiner Kohlkulturen

Unterglas-Gemüsebau

Die Gärtnerei liefert uns mit über 1.000 qm geschütztem Anbau die Möglichkeit, Kulturen zu verfrühen und eine unserer Lieblingskulturen, die Tomate Ruthje, in größeren Mengen anzubauen.

Außerdem wachsen hier Gurken, Paprika, Feldsalat, Postelein und verschiedene wärmeliebende Kräuter.

Weiterhin bauen wir Topfkräuter, wie Basilikum, Oregano, Minze, Melisse, Thymian, Petersilie, Koriander an und verkaufen Jungpflanzen für unsere Kunden zum Selbergärtnern.

Die Gewächshäuser werden im Winter nicht beheizt, weil dies sich nicht mit unserem ökologischem Verständnis deckt.

Jungpflanzenanzucht

Wir sind in der Lage, die gesamten Jungpflanzen selbst anzuziehen. Damit entscheiden wir uns ganz bewusst für das geeignete Saatgut. Wir verwenden fast ausschließlich samenfestes Saatgut von der Saatgutinitiative Bingenheim, bevorzugt die gezüchteten Sorten vom Züchtungsverein Kultursaat e.V..

Geschmack spielt bei unserer Auswahl die größte Rolle und steht vor der Quantität.

Das ist außerdem ein Beitrag zur Saatguterhaltung und Förderung der Unabhängigkeit der Bauern.

Der Unterschied zu Hybridsaatgut:

  • Samenfest: Man kann Samen der jeweiligen Pflanze sammeln und im wieder aussäen, und die Pflanzen bleiben sortenecht.
  • F1-Hybride: Die Samen sind oft steril oder die Pflanzen der nächsten Generation sind eine unvorhersehbare Mischung, sodass man jedes Jahr neues Saatgut kaufen muss

Hauptgründe für samenfestes Saatgut:

  • Qualität & Geschmack: Oft bieten alte Sorten intensivere Aromen, mehr Nährstoffe und eine bessere Verträglichkeit (z. B. bei Allergien).
  • Erhalt der Biodiversität: Viele alte Sorten sind vom Aussterben bedroht, und samenfestes Saatgut ist ein Schatz an genetischer Vielfalt, der für zukünftige Herausforderungen (Klimawandel, neue Krankheiten) überlebenswichtig ist.
  • Unabhängigkeit & Ernährungssouveränität: Landwirte sind nicht von den teuren Hybridsamen der Großkonzerne abhängig, die ihre Sorten patentieren und Lizenzgebühren erheben.
  • Nachbaufähigkeit: Im Gegensatz zu vielen Hybriden (F1-Hybriden) führen Samen von samenfesten Pflanzen im nächsten Jahr wieder zu Pflanzen mit den gleichen gewünschten Eigenschaften.
  • Anpassung & Resilienz: Alte Sorten sind oft besser an lokale Böden, Klimabedingungen und natürliche Schädlingsresistenz angepasst.
  • Bewahrung von Wissen: Der Anbau und die Vermehrung von samenfestem Saatgut fördern das über Generationen weitergegebene Wissen der Landwirtschaft und Gärtnerei. 

Unsere Empfehlungen

Gefördert nach Förderrichtlinie ÖBL/2015)

Mit der Umsetzung des Vorhabens „Ökologischer/biologischer Landbau“ konnte auf den geförderten landwirtschaftlichen Flächen durch eine stärkere Nutzung der Naturfunktionen während der Bewirtschaftung eine stoffliche Belastung des Bodenwassers sowie die Bodenerosion vermindert und die Vielfalt des Tier- und Pflanzenlebens gefördert werden. Generell trägt der ökologische/biologische Landbau durch seine schützende und verbessernde Wirkung zum aktiven Umweltschutz bei.