
Das neue Jahr hat begonnen und die Festlichkeiten liegen hinter uns- nun schauen wir in die Zukunft und möchten uns der Lage der Bauernhöfe widmen.
Die Geschehnisse in Brüssel haben deutlich gezeigt, die Landwirtschaft in Europa sollte geschützt werden. Denn durch das Mercusor-Abkommen werden höhere Standards von der europäischen/deutschen Landwirtschaft untergraben. Natürlich möchte ich mich abgrenzen von Gewalt und gleichzeitig kann ich die angestaute Wut fühlen. Ich sehe den Einsatz, den Enthusiasmus, die unzähligen Arbeitsstunden der Frauen und Männer in der Landwirtschaft. Ein Hof erlaubt in der Regel keine Elternzeit, oft viel weniger Urlaub, keine Feiertage, nach dem Lohn pro Arbeitsstunde fragt bei den Bauern auch niemand. Rente bekommen wir 500€ pro Monat von der vorgeschriebenen Rentenkasse LKK. Das reicht anscheinend für ein Leben voller Arbeit.
Und doch, ich habe dieses Leben gewählt und genauso gewollt. Ich habe die kostbare Zeit mit den Kindern um mich herum genossen und gern gearbeitet.

2026 ist das Jahr der Landwirtin
„Das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Landwirtin, zu dem sich auch Bioland und andere Organisationen wie Naturland und der Deutsche LandFrauenverband bekennen und dieses Jahr nutzen, um Frauen in der Landwirtschaft zu feiern, ihre Leistungen zu würdigen und ihre Rolle in der nachhaltigen Bio-Bewegung zu stärken. Sie stehen im Fokus, weil sie entscheidend für Innovation, Gemeinschaft und die Zukunftsfähigkeit der ökologischen Landwirtschaft sind, indem sie Höfe gestalten.“
Ich freue mich dazu zu gehören. Und ja, Gemeinschaft gestalten, Innovationsideen einbringen und Gestaltung, das habe ich gemacht und tue es immer noch gern und das mit ganzem Herzen.
Doch beschäftigen mich die äußeren Bedingungen für unsere Betriebe und unsere Wettbewerbsfähigkeit.



Jetzt steht bald die Nachfolge an und wir haben uns entschlossen den Betrieb weiterzuführen. Doch die Konkurrenz im Lebensmittelbereich, ständig steigende bürokratische Auflagen und steigende Energiekosten lassen uns manchmal nachdenklich werden. Wir konkurieren mit Lebensmittelpreisen, die mit fast dreimal geringeren Mindestlöhnen in anderen europäischen Ländern produzirt werden. Gleichzeitig sehen wir auch die vielen Danksagungen und Freuden unserer Kundschaft, dass es uns gibt und wir die Regionalität fördern.

Wir sind stark integriert in unserem Dorf. Siehe 3. Platz dieses Jahr im Januar beim Wolkenburger Dorfcup mit der Mannschaft Ökokiste ;).
Wir fördern und unterstützen hier jährlich den dörflichen Verein. Ich war jahrelang im Ortschaftsrat und in Elternvereinen tätig. Viele Veranstaltungen finden bei uns statt und wir stellen den Hof zur Verfügung für Kindergarten, Schulklassen, sind für Anfragen zur Weiterbildung stets offen und feiern die größten Dorffeste. Wir sind einfach wichtig für unsere Region!
Für eine Weiterbestehen unseres Hofes brauchen wir euch und euren bewussten Einkauf. Ihr sichert damit 36 Arbeitsplätze, Ausbildungsmöglichkeiten, Weiterbildung und einen wirklich schönen Platz!
